Posts mit dem Label Stockholm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stockholm werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, August 05, 2018

Der Kreis schließt sich

Im Wasahamnet sind wir erstaunlich ruhig gelegen, kein Geschaukel, kein Wellengekrache, einfach perfekt. Und perfekt war auch das Ablegemanöver - die Crew ist jetzt schon gut eingespielt. Das einzige was zu bemängeln war: rechtzeitig zum Auslaufen erwischt uns ein Regenschauer. Trotzdem laufen wir aus, um vor einer für Nachmittag angesagten Gewitterfront in Säbyviken zu sein.

Bei leichtem West will sich die erhoffte Rauschefahrt nicht so recht einstellen, es geht mit 2.5 bis immerhin 5.5kn aus der Stadt hinaus, meistens mit Wind von hinten (Segler sind kompliziert: ganz von vorne = nix gut, ganz von hinten = auch nix gut). Das langsam Segeln hat aber auch sein gutes, denn kaum sind wir im Hauptfahrwasser, hat uns die Regenfront überholt und regnet sich vor uns aus - hinter uns schickt uns Stockholm ein sonniges Aufwiedersehen.

Manchmal können wir Schmetterlig segeln , manchmal können wir anluven (vor allem in den engen Passagen zwischen den Inseln, wo auf einmal alle Schiffe, die heute am Wasser sind, zusammen treffen), und dann gibt's ja doch ein paar Takte Rauschefahrt mit über 7kn.

In Waxholm füllen wir den Dieseltank an, tuckern um die Festung herum und setzen gleich nach der Engstelle im Kodjupet zum letzten Mal die Segel und rauschen der Einfahrt von Resarö zu. Die letzte Rauschefahrt trifft nicht ganz den Geschmack aller Crewmitglieder, und wir hören einige Male den Ruf "riiiskyyy", wenn sich Lady Anna zu sehr zur Seite neigt. Aber auch diese letzte Kreuz geht zu Ende. Wir bergen die Segel und motoren uns an den wohlbekannten Felsen (vulgo "Kekse") vorbei nach Säbyviken, wo der Skipper zeigt, was man macht, wenn man in die Box nicht beim ersten Mal hinein findet.

Lady Anna ist vertäut, wir beginnen mit den Aufräumarbeiten, und im Norden beginnt sich das angesagte Gewitter aufzubauen, Bald schüttet und kracht es links und rechts von uns, und der Regenguss der abziehenden Front ist sehr willkommen zum obligaten Deckschrubben. Wir bringen das Schiff auf Hochglanz, feiern unser Rest'lessen und lassen den Tag mit einigen Spielen ausklingen.

Die Statistik reiche ich demnächst nach - für heute nur so viel:

Distanz unter Segel: 63.6 nM
Distanz unter Motor: 44.8 nM
Distanz gesamt:108.4 nM

Gratulation an meine tüchtige Crew!


Der Kreis schließt sich

Noch einmal zeigt sich Stockholm von seiner strahlenden Seite

Zur Abwechslung ein Traditionssegler

Schmetterling

Freitag, August 03, 2018

Stockholm von der anderen Seite

Über Nacht hat der Wind auf SW gedreht. Alle Wege zurück zum Heimathafen liegen jetzt irgendwie gegenan. Wir verlassen Grinda, setzen Segel und kreuzen bis vor Waxholm. Die Enge des Kodjupet wäre allerdings nicht zu segeln gewesen. Also wechseln sich heute Segel und Motor einige Male ab, bevor wir uns unserem vorletzten Hafen nähern.

Wir haben uns für den Wasahamnet in Stockholm entschieden, so können wir die Stadt noch einmal von der Wasserseite aus genießen. Außerdem hoffen wir, für die heutige Kreuzerei mit einer Rauschefahrt zurück nach Waxholm belohnt zu werden ... morgen.

Big Sister ... konnte einige Minuten vorher von der Schäreninsel nicht ganz verdeckt werden

... und das mit gerefften Segeln

Grinda - Stockholm

Wasahafen bei Wasamuseum

Eisberge sind zum Glück aus





Samstag, Juli 28, 2018

2520

Heute ist der letzte reguläre Stockholm - Besichtigungstag. Wir nehmen das Boot zum Schloß Drottningholm und lassen uns knapp eine Stunde durch den Mälaren schippern. Dann besichtigen wir das Schloß, den weitläufigen Park und den Chinesischen Pavillon - alles wieder mit unserer Stockholm Card um 0 SEK.

Damit haben wir unsere Stockholmpässe mehr als ausgenützt, denn die Hochrechnung ergibt pro Karte eine Summe aller regulären Eintrittspreise der letzten Tage von 2520 SEK (ca. 250 EUR) ... bei einem Einkaufspreis von 1145 SEK pro Karte also ein kräftiges Plus. Und wir haben auch ganz hübsch was zu Fuß zurückgelegt ... der Schrittzähler am Handy zeigt durchschnittlich 8.6km pro Tag seit Montag ... also insgesamt über 51km ... fast unglaublich.

Stadshuset
da kann man jedes Nobeldinner seit Anfang bestellen

Schloß Drottningholm von vorne ...

... und von hinten

der Chinesische Pavillon
eigentlich ein fast unmögliches Bild, der Pavillon ist breit und ziemlich eingewaldet, weit zurückgehen ist also nicht - aber die Panoramafunktion am Handy macht's möglich

Endlich Prater

... oder: Djurgården die Dritte ...

Endlich ... heute (Freitag) ist der Stockholmer Prater dran ... noch dazu zum Nulltarif, weil ja eh in unseren Stockholmkarten inkludiert ... naja zumindest der Eintritt ... für die Fahrereien müssen wir schon noch extra in die Taschen greifen und Kupong - Heftchen kaufen ... 2 x 20 Stück ... und für die coolen Teile werden einem dann gleich drei Kupongs pro Fahrt abgenommen. Wir schaffen die wichtigsten Bahnen ... den freien Fall ersparen wir uns.

Im Anschluß daran möchte ich gerne in die Båthall 2 - das "Holzbootlager" des Seehistorischen Museums ... das wird nämlich in 2 Jahren zugesperrt und die Exponate sind dann der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Als wir vor den verschlossenen Toren einer leeren Hall stehen, bin ich mir nicht mehr sicher, ob der Internet - Eintrag, der von der Schließung dieses Juwels berichtet hat, aktuell war ... man sollte grundsätzlich immer alles mit Datum versehen ... dann also keine historischen Holzboote, stattdessen eine kurze Runde durch das Aquarium. Wir dachten wir könnten der Mittagshitze ein wenig entkommen, kommen aber vom Regen in die Traufe - sprich - einen Regenwald ... nicht kühler als draußen, aber viiiel feuchter.

Dann lösen wir uns Tickets für eine Bootsfahrt "Unter den Brücken Stockholms". Die Wartezeit bis zur Abfahrt verbringen wir im Kungsträdgården, wo seit dem Nachmittag im Rahmen der EuroPride2018 ein Musikfestival samt street food stattfindet. Wir beschließen, am Abend nochmals hierher zu kommen.

Auf der Bootsfahrt haken wir 14 der 57 Stockholmer Brücken ab, und diejenigen von uns, die den automatischen Erklärungen aus den Kopfhörern folgen (und nicht nappen oder gehandyzocken), erfahren einige interessante Details zu Stockholm. Die Ansagen sind übrigens GPS - gesteuert, und wenn der Guide über eien "gelben Turm auf der rechten Seite" spricht, dann steht der wirklich gerade dort.

Bei einem kurzen Zwischenstop im Hotel kommen wir am Sergelstorg auch noch an einer afrikanischen Percussion Band vorbei. Der Platz ist voll mit bunten afrikanischen Trachten, es wird getanzt und gefeiert. In diesem Tag ist Leben. Wir nehmen im Kungsträdgården auch noch etwas davon mit, nur die Mondfinsternis müssen wir leider auslassen - aber der Tag war auch so ereignisreich genug.


wenn sich alles dreht

360° Rundumblick

das ist kein historisches Holzboot

Africa meets Sweden


wo ist der Blutmond?

DA! Leider konnten wir den Königspalast nicht wegschieben

Proud in rainbow colors


Donnerstag, Juli 26, 2018

Djurgården die Zweite

Heute am Programm: Skansen - das Freilichtmuseum, und der Tivoli in Gröna Lund (Stockholms Prater sozusagen ... endlich!). Beide Attraktionen liegen auf der Insel Djurgården, auf der wir schon das Wasamuseum und ABBA besucht haben. Heute fahren wir mit dem Spårväg (Straßenbahn) vom Sergelstorg bis vor das Tor des Skansens. Zwischen 1967 und 1991 hätten wir die fast 7km zu Fuß gehen müssen, denn 1967 wurde die Linie 7 eingestellt, 1991 haben sich die Stockholmer dann gedacht, daß so eine Straßenbahn zum Skansen doch ein nice-to-have wäre und sie wieder in Betrieb genommen.

Der Skansen ist eine Mischung aus Tiergarten, Freilichtmuseum, Veranstaltungslocation, aber für Temperaturen über 30°C weniger geeignet, da ziemlich bergig. So gestaltet sich unsere Besichtigung - wiewohl wirklich interessant - sehr anstrengend. Aber wir sind sehr motiviert und sehen uns zuerst das Aquarium (eigentlich ein Reptilienzoo, denn Fische haben wir keine gesehen), und danach einige schwedische Bauernhöfe samt TagesbewohnerInnen an - die sind dankbar, wenn man ihnen ein paar Minuten zuhört - und sie haben auch wirklich spannenndes zu erzählen. Einige Gewerbe können zur Zeit nicht gezeigt werden, da sehr vieles (wie z.B. die Pflanzenfärberei) auf offenen Feuerstellen gemacht wird, und die dürfen zur Zeit wegen der hohen Brandgefahr nicht in Betrieb genommen werden. Auch die Handwerksbetriebe sind nicht alle in Vollbetrieb, aber wir können zumindest in alle Häuser hineingehen.

Am Nachmittag vertreibt uns dann die Hitze. Wir verlassen Elche und Rentiere (die leiden noch mehr als wir, liegen im Schatten und schnaufen schwer) und spazieren zum Wasser, um mit dem Hop-on Hop-off Boot zurück zu fahren. Hier beginnt wieder das spannende Spiel "Finde zuerst den richtigen Steg und dann die richtige HoHo Firma" Waren es bei den Bussen die roten, sind es bei den Booten die grünen ... logisch! Wir lassen uns durch das Stockholmer Hafenbecken schippern und kehren zum Ausruhen ins Hotel zurück.

Aber der Prater kann nicht länger aufgeschoben werden ... also noch1x raus auf die Straße, rein in die Sraßenbahn, ab nach Gröna Lund. Große Menscenschlangen ... wir stellen uns an ... ja leider an Tagen wo im Tivoli Konzerte stattfinden (heute: Billy Idol), gilt der Stockholmpass nur bis 18:00 (es ist 18:07) ... den Aufpreis ist es uns nicht wert - wir verschieben den Prater auf morgen vormittag ... heute sind wir eh schon zu erledigt.

wo sind wir hier?


they like to move it move it
freilaufende Lemuren im Reptilienzoo 

Kolonialwarenhandlung
die Bäckerei daneben führt Wienerbröd

roter Bus = gut, rotes Boot = schlecht

also warten auf grünes Boot

Gröna Lund - dort wo wir heute schon wieder NICHT waren
... aber morgen!!!

Mittwoch, Juli 25, 2018

Schau schau schau

Schauen 1.0

Nach dem Frühstück, das übrigens im Innenhof des Hotels serviert wird (und ja: es ist ziemlich voll), fahren wir wie gestern zur baustellenchaotischen Slussen und machen von dort einen kurzen Spaziergang zum Fotografiska Museum, einem langgestreckten Ziegelbau am Nordufer von Södermalm, dort wo normalerweise die 11-stöckigen Fähren anlegen. Das Gebäude muß früher mal ein Teil der Hafenanlage gewesen sein. Heute ist es eine der angesagtesten art locations in Stockholm. Wir wandern durch abgedunkelte Räume und bestaunen die Ausstellungen einiger FotografInnen. Alle ausgestellten Bilder werden sehr großformatig und mit Hintergrundbeleuchtung präsentiert - sehr angenehm zum anschauen. Es gibt Modefotographie, Naturfotographie, Portraits, Experimentelles, die Werke sind von real bis surreal, von herzlich bis verstörend, aber fast in allen Ausstellungen ist eine Spannung zu spüren.

das Fotografiska Museet

die Ausstellungen



Schauen 2.0

Nach dem Fotografiska, und nachdem wir ja eh schon auf Södermalm sind, machen wir uns auf die Suche nach den angesagten und hippen Shops, die es hier geben soll. Aber trotz ehrlichem Bemühen und Absuchen einiger kleiner und großer Gassen und Straßen, die man uns genannt hat, werden wir nicht recht fündig. Da ist es auf der Drottninggatan doch ergiebiger, und so verlagern wir die Shoppingtour also in bereits bekannte Gegenden. Das heißt, wir lassen Flora schauen, Paul und ich erkunden derweil das "Espresso House" am Sergels Torg. Das ist Starbucks auf schwedisch, aber viel  sympathischer.

Espresso House Style


Schauen 3.0

Es ist bereits rush hour, als wir nocheinmal die Tunnelbana nach Süden nehmen. Die Linie soll uns  ja eigentlich direkt bis zu unserem Ziel, dem "Globen" bringen, aber irgendwer muß beim Erstellen der Fahrpläne gezittert haben, denn wir müssen für sechs Stationen 2x umsteigen. Der "Globen" ist eine kugelförmige Veranstaltungshalle in einem Areal, das im wesentlichen aus vier Veranstaltungshallen und einer Shoppingmall besteht. In den Hallen wird von Eishockey bis Rock - Konzert alles veranstaltet. ELO wird im Herbst 2018 auch hier sein. An der Außenseite der Kugel gibt's zwei Gondeln, mit denen man nach oben fahren und auf Stockholm schauen kann ... nicht extrem spektakulär, aber eine nette Sache, vor allem bei dem phantastischen Wetter, mit dem wir beschenkt werden. Jetzt haben wir also wirklich fast ganz Stockholm gesehen. What's next?

Skyview


Dienstag, Juli 24, 2018

Ab in den sonnigen Norden

Letztes Wochenende hat es in Wien und Umgebung mehr als 16 l/m² geregnet. Das hat uns den Abschied leicht gemacht, denn am Montag sind wir für zwei Wochen Richtung Schweden abgeflogen ... bei dem Jahrtausendsommer, der den Schweden heuer beschert wird, also buchstäblich eine Reise in den sonnigen Norden! Leider ist der Sommer auch garniert mit den schlimmsten Waldbränden, die Schweden je erlebt hat ... die Armen sind aber auch nicht wirklich gut dafür gerüstet - war ja bis jetzt auch nicht nötig ... danke Klimawandel!

Wir werden eine Woche lang Stockholm unsicher machen - hauptsächlich zu Fuß, mit der Tunnelbana und dem Hop-on Hop-off Bus, und anschließend eine Woche den Schärengarten, das dann mit einer Hunter 380.

Gestern war Anreisetag. Die Austrian hat uns überpünktlich nach Stockholm geschupft, die Flygbussarna ebenso flott ins Zentrum gekarrt, schnell hatten wir im Scandic Klara eingechecked und uns zu unserem ersten Rundgang in die Altstadt - Gamla stan - gemacht ... sofort mal Schweden pur - mit Shrimps auf Toast, Fleischbällchen und Waffeln.

Heute waren wir hauptsächlich auf der Djurgårdsinsel, die wir mit der Fähre von den Slussen aus erreichten. Die Slussen sind übrigens eine einzige Baustelle ... erinnert frappant an den Karlsplatz anno 197x, als die Wiener U-Bahn gebaut wurde. Ich hoffe die Stockholmer haben einen Plan ... es sieht zur Zeit ziemlich chaotisch aus.

Also Djurgårdsinsel:

Zuerst das ABBA Museum besucht ... ABBA satt ... jede Menge Bild- und Tonmaterial, Originalkostüme, Karaokesingen und -tanzen, den typischen ABBA Sound selbst zusammen mischen, dazu eine Sonderausstellung von legendären Gitarren (hauptsächlich Gibson und Fender) diveser Rock- und Popgrößen.

Flora: "Das Museum ist genau für mich."

Nach einer kurzen Verschnaufpause kommen zum ersten Mal unsere Stockholmpässe zum Einsatz ... Wasamuseum um 0 Euro ... einfach Code scannen lassen - und schon sind wir drinnen. Das Museum wird auch immer größer, ist aber immer noch interessant. Und es ist wirklich kühl im Museum ... vor allem auf den unteren Etagen ... und so sind wir dann auch ganz froh, daß wir wieder in die warme Sonne des Nordens kommen.

Nun folgt das Zwischenspiel "Finde den Hop On Hop Off Bus der richtigen Gesellschaft" ... gar nicht so leicht, aber nach einigen unfreundlichen Zwischenbemerkungen schaffen wir es, den richtigen Bus zu erwischen, lassen uns durch Östermalm und Norrmalm cruisen und beschließen den Tag mit Nachos und Burgern in einem Lokal neben unserem Hotel.

Obststand am Hötorget

die Jugendherberge auf Skeppsholmen

Stortorget - das Zentrum des Zentrums

das königliche Schloß
muß sehr praktisch sein, weil schön isses eigentlich nicht

ABBA - Museum: Allee der Legenden

Wasa-Museum: no Knäckebröd!

cruising im tourist-style